Misstrauen gegenüber Politikern, Medien und Wirtschaftsführern breitet sich weltweit aus

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Laut einer neuen globalen Umfrage bricht das Vertrauen in die Regierung zusammen, insbesondere in Demokratien.

Warum ist das wichtig: Die Menschen glauben auch nicht, dass die Medien oder Unternehmensführer ihnen die Wahrheit sagen, und dieser Verdacht gegenüber mehreren gesellschaftlichen Institutionen drängt die Menschen in kleinere, isoliertere Kreise des Vertrauens.

Einzelheiten: Regierungschefs und Journalisten gelten laut Edelmans neuem globalen „Trust Barometer“ 2022, einer Umfrage unter 35.000 Befragten in 28 Ländern, als die am wenigsten vertrauenswürdigen gesellschaftlichen Führungspersönlichkeiten.

  • Eine Mehrheit der Menschen auf der ganzen Welt glaubt, dass Journalisten (67 %), Regierungschefs (66 %) und Wirtschaftsführer (63 %) „absichtlich versuchen, Menschen in die Irre zu führen, indem sie sagen, dass Dinge, von denen sie wissen, dass sie falsch oder unhöflich sind“.
  • Menschen auf der ganzen Welt befürchten, dass die Medien zu kommerziellen Zwecken immer sensationeller werden und dass Regierungsführer weiterhin Spaltungen zu politischen Zwecken ausnutzen werden.

Zwischen den Zeilen: Menschen, die in Demokratien leben, verlieren rapide das Vertrauen in diese Demokratien, während das Vertrauen in autoritäre Regime – zum Beispiel in China, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien – unter den dort lebenden Menschen wächst.

  • Mit dem Schwinden des Vertrauens in demokratische Institutionen wachsen auch die Zweifel am Kapitalismus. Der Umfrage zufolge mangelt es den entwickelten Demokratien insbesondere an wirtschaftlichem Optimismus.
  • Auch zwischen wohlhabenden und einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen hat sich eine Vertrauenslücke vergrößert.

Was zu sehen: Mit zunehmender Skepsis gegenüber Institutionen wenden sich die Menschen zunehmend engeren Vertrauenszirkeln zu.

  • Während der Pandemie sagen die Befragten, dass das Vertrauen in Menschen aus anderen Ländern und in Menschen, die in anderen Bundesstaaten, Provinzen oder Regionen leben, abgenommen hat, während das Vertrauen in Nachbarn und Kollegen zugenommen hat.